Hühnersuppe für die Seele…

Letztens, im KostNixLaden, kam eine liebe Bekannte und brachte ihre aussortierten Bücher. Sofort riss ich das „Sackerl“ an mich und stöberte darin. Und zack, da war es. „Hühnersuppe für die Seele“. Ein toller Buchtitel. Ich blätterte gar nicht im Buch sondern nahm es gleich mit. Einfach, weil mir der Titel so gefiel. „Hühnersuppe für die Seele“.
Heute schlug ich das Buch in der Mitte auf und traf auf folgende Geschichte:

Eine Zukunft für mich aufbaun

Lieber Lerer,
heute hat Mami geweind. Mami fragte mich Jody weist du eigentlich warum du in die Schule gest? Ich sagte ich weis nicht warum? Sie sagte es is weil wir eine Zukunft für mich aufbaun werden. Ich sagte was is eine Zukunft wie siet eine aus? Mami sagte ich weis nicht Jody, niemand kann deine ganse Zukunft sehn nur du. Mach dir keine Sorgen du wirsd es sehn du wirsd es sehn. Da weinte sie und sakte oh Jody ich liebe dich so. Mami sakt jeder muß wirklig hart arbeiten für uns Kinder damit unsre Zukunft die schönste wirt was die Welt geben kan.
Lerer können wir heute anfangen eine Zukunft für mich aufzubaun? Kanns du gans doll versuchen eine gans schöne nur für Mami und für miche draus zu machen? 
Ich liebe dich Lerer. 

Vile Grüße, Jody

[Verfaßt von Frank Trujillo, Copyright (c) 1990, Pro Teach Publication – Hühnersuppe für die Seele]

Ja, niemand kann die ganze Zukunft sehen und jeder kann seine eigenen Zukunft aufbauen.

Irgendwie verfolgen mich die Themen lernen, Schule, Zukunft usw. schon länger und heute schlage ich dieses Buch auf und lese diesen kurzen Brief von Jody an seinen Lehrer. Ich habe so gelacht und habe angefangen nachzudenken. Ja, Jody und seine Mutter haben recht. Niemand kann die Zukunft ganz sehen. Jeder kann jedoch seine Zukunft ein bisschen lenken und steuern. Irgendwie so wie ein Schiff. Schnell ‚mal um die Kurve kann das Schiff nicht – ein Motorboot schon, aber ein großer Kreuzfahrtdampfer nicht! Natürlich kann man auf hoher See ganz ohne Plan ins „Blaue“ fahren und man lässt sich überraschen wo man herauskommt. Blöd ist nur, wenn das Benzin ausgeht oder sogar das Trinkwasser. Da ist es dann schon einfacher, wenn man ein Ziel hat, sich nach den Koordinaten richten kann und einplanen kann, genügend Wasser und Benzin mitzunehmen. Für die spontanen Ausflüge kann man ja dann das Motorboot nehmen, welches am Schiff angebracht ist, um den Ozean zu erkunden und dann aber doch wieder zum am Anker hängendem Schiff zurück zu kehren. Aber jeder hat so seine bevorzugten Schiffchen und Bötchen und der eine ist etwas flotter unterwegs und will über die Wellen springen und  der andere bevorzugt hat das Ausflugsboot.

Auch die Kinder in der Schule, in der ich arbeite, sind dabei, ihre Zukunft zu gestalten und zu „sehen“. An manchen Tagen denken sie gar nicht daran, dass es einen nächsten Tag gibt (denke ich mir halt so) und dann planen sie doch wieder vor und freuen sich auf gewisse Ereignisse und sind ganz „brav“, damit ja alles schön wird. Ich glaub ich werde die Kinder echt einmal fragen, ob sie schon wissen was Zukunft ist. Manche wissen glaube ich nicht einmal was das Wort bedeutet und mache fahren dann doch schon mit dem Tretboot am See …

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s